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Amazon Konkurrenzanalyse: Scorecard je Produktgruppe

Amazon Konkurrenzanalyse mit Scorecard je Produktgruppe: Priorisierung nach Umsatz und Rückstand, Rechenbeispiel zum Nachbauen.

SELLRZ Redaktion27. Oktober 202610 min
Amazon Konkurrenzanalyse: Scorecard je Produktgruppe

Eine Amazon Konkurrenzanalyse ist bei 400 Listings nur machbar, wenn du nicht Listing für Listing vergleichst, sondern je Produktgruppe einmal: ein Referenzlisting, drei Wettbewerber, eine gewichtete Scorecard. Aus dem Rückstand und dem Umsatzanteil der Gruppe ergibt sich, wo du zuerst arbeitest. Unten findest du Scorecard, Priorisierungsmatrix und eine Beispielrechnung zum Nachbauen.

Bewerte je Produktgruppe ein Referenzlisting gegen seine 3 stärksten Wettbewerber auf 7 sichtbaren Flächen (0 = schwach, 1 = solide, 2 = stark). Gewichte den Rückstand, setze ihn mit dem Umsatzanteil der Gruppe in Beziehung und starte dort, wo beides hoch ist. Die Gewichte, Ankerkriterien und alle Zahlen im Beispiel sind eigene Startwerte beziehungsweise Annahmen, kein Branchenstandard.

Was eine Konkurrenzanalyse bei 400 Listings leisten muss

Bei einem Listing reicht ein Blick auf die ersten Treffer. Bei 400 Listings brauchst du drei Dinge, die der Einzelvergleich nicht liefert:

  • Wiederholbarkeit: Jede Gruppe wird nach denselben Kriterien bewertet, sonst kannst du Gruppen nicht vergleichen.
  • Gewichtung: Ein schwaches Hauptbild kostet vermutlich mehr als ein fehlendes A+-Modul. Das Raster muss das abbilden.
  • Priorisierung: Nicht jeder Rückstand ist gleich teuer. Entscheidend ist, wo er auf viel Umsatz trifft.

Welche Listings du zuerst anfasst, klärst du grob mit Amazon Conversion Rate verbessern. Der Blick auf ein einzelnes Listing steht in Amazon Listing analysieren. Dieser Artikel setzt eine Ebene darüber an: Wettbewerber im Außenvergleich, gebündelt je Produktgruppe.

Schritt 1: Produktgruppen, Referenzlistings und Wettbewerber festlegen

  1. Gruppen bilden. Fasse Listings zusammen, die denselben Käufer mit demselben Suchbegriff ansprechen, zum Beispiel nach Produktart. Bei 400 Listings sind 6 bis 12 Gruppen handhabbar.
  2. Referenzlisting wählen. Nimm ein typisches Listing der Gruppe, nicht dein bestes und nicht dein schwächstes. Prüfe mit zwei, drei Stichproben, ob die übrigen Listings ähnlich aufgebaut sind. Sonst teile die Gruppe.
  3. Wettbewerber auswählen. Suche auf Amazon mit dem Begriff, unter dem das Referenzlisting gefunden werden soll. Nimm die 3 stärksten Treffer, die dasselbe Produkt anbieten. Ein anderer Produkttyp ist kein Vergleich.
  4. Nur Sichtbares erfassen. Bewertet wird, was ein Käufer auf der Produktseite sieht: Titel, Bilder, Bullets, Preis, Bewertungen, A+ Content. Kein Rätselraten über Umsätze oder Interna.

Halte Datum und Suchbegriff fest. Die Suchergebnisse ändern sich, und du willst später dieselbe Messung wiederholen.

Schritt 2: Die Konkurrenz-Scorecard

Bewerte je Fläche dein Referenzlisting und die drei Wettbewerber mit 0 (schwach), 1 (solide) oder 2 (stark), anhand der Ankerkriterien unten. Als Wettbewerberwert nimmst du den Durchschnitt der drei, auf eine ganze Zahl gerundet. Die Gewichte in der Tabelle sind eigene Startwerte für den Einstieg, kein Branchenstandard. Passe sie an deine Kategorie an, zum Beispiel wenn bei deinen Produkten Preis oder Bewertungen die Kaufentscheidung stärker prägen.

FlächeGewicht (Startwert)PrüffrageWas du notierst
Hauptbild3Wirkt es in der Suchansicht klar und groß genug, um zu überzeugen?Ausschnitt, Hintergrund, Lesbarkeit im kleinen Format
Titel3Stehen Nutzen und wichtigstes Merkmal vorn?Reihenfolge der Informationen, fehlende Merkmale
Bewertungen2Wie viele, wie gut, welche Kritik kehrt wieder?Anzahl, Durchschnitt, wiederkehrende Beschwerde
Preis2Wo liegt dein Angebot im Vergleich?Abstand in Euro und in Prozent
Weitere Bilder2Welche Käuferfragen beantworten sie?Anwendung, Größe, Lieferumfang vorhanden oder nicht
Bullet Points2Welche Einwände räumen sie aus?Nutzen, Belege, Lücken
A+ Content1Ergänzt er die Argumente oder wiederholt er nur?Vorhanden ja/nein, neue Informationen

Ankerkriterien für die 0/1/2-Skala

Damit zwei Personen dasselbe Listing gleich bewerten, brauchst du feste Anker. Alle Schwellen unten sind Beispielschwellen und eigene Startwerte, keine Branchenwerte. Stelle sie auf deine Kategorie ein und lass sie danach für alle Gruppen gleich.

Fläche0 = schwach1 = solide2 = stark
HauptbildIn der Suchansicht schwer zu erkennenErkennbar, aber klein oder unruhigAuf den ersten Blick klar, Produkt füllt das Bild
TitelWichtige Merkmale fehlenMerkmale da, aber weit hintenNutzen und die zwei wichtigsten Merkmale vorn
BewertungenSchnitt unter 4,0 oder weniger als 20 BewertungenSchnitt ab 4,0, aber 2 nicht erreichtSchnitt ab 4,4 und mindestens 200 Bewertungen
Preis (niedriger = besser, solange deine Marge trägt)Mehr als 15 % über dem günstigsten der vier Anbieter5 bis 15 % darüberHöchstens 5 % über dem günstigsten
Weitere BilderHöchstens eines von Anwendung, Größe, Lieferumfang gezeigtZwei von drei gezeigtAlle drei gezeigt
Bullet PointsNur MerkmalslisteNutzen genannt, Belege oder Einwände teils offenNutzen mit Beleg, wichtigste Einwände beantwortet
A+ ContentFehltVorhanden, wiederholt die BulletsVorhanden und liefert neue Informationen

So rechnest du:

  • Rückstand je Fläche = Gewicht × (Wettbewerberwert − dein Wert), mindestens 0. Liegst du gleichauf oder vorn, zählt die Fläche als 0.
  • Rückstandsindex der Gruppe = Summe der Rückstände ÷ 30 × 100. Die 30 sind der größtmögliche Rückstand (Summe der Gewichte 15 × 2).

Ein Beispiel für eine Gruppe (angenommen, jeweils dein Wert gegen den Wettbewerberwert): Hauptbild 0 gegen 2 ergibt 6, Titel 1 gegen 2 ergibt 3, Bewertungen 1 gegen 2 ergibt 2, weitere Bilder 0 gegen 2 ergibt 4, A+ 0 gegen 1 ergibt 1. Preis und Bullets liegen gleichauf oder vorn und zählen 0. Summe 16, Index 16 ÷ 30 × 100 = 53. Die beiden größten Rückstände sind Hauptbild und weitere Bilder: das ist der Hebel dieser Gruppe.

Der Durchschnitt der drei Wettbewerber kann den stärksten verdecken. Schau deshalb bei jeder Fläche zusätzlich auf den höchsten der drei Werte. Liegt er bei 2, der Durchschnitt aber bei 1, notiere einen Hinweis an der Fläche. Die Rechnung bleibt beim Durchschnitt, aber du weißt, wo einer deutlich stärker ist.

Schritt 3: Priorisieren mit Rückstand und Umsatzanteil

Ein hoher Rückstand in einer kleinen Gruppe ist weniger dringend als ein mittlerer in deiner umsatzstärksten. Setze deshalb den Rückstandsindex mit dem Umsatzanteil der Gruppe an deinem Gesamtumsatz in Beziehung (Zahlen aus deinem eigenen Seller-Central-Report oder deiner Auswertung). Als Schwellen dienen im Beispiel Index ab 40 und Umsatzanteil ab 12 Prozent; auch das sind Startwerte.

Kennst du Marge und Werbekosten je Gruppe, ergänze den Umsatzanteil darum: Nimm statt des Umsatzes den Anteil am Ergebnis nach Werbekosten. Sonst steuert dich der Umsatz in Gruppen, an denen wenig übrig bleibt. Wie du die Conversion Rate sauber berechnest und was ein Prozentpunkt mehr pro Monat wert ist, steht in Amazon Conversion Rate berechnen: was ein Punkt bringt.

Umsatzanteil hochUmsatzanteil niedrig
Rückstand hochZuerst: Pilot mit Kontrollgruppe, dann RolloutVorlage: Hier arbeitest du nicht von null. Übernimm das Konzept, das sich in einer Gruppe im Feld „Zuerst“ im Pilot bewährt hat, und passe es an das Produkt an.
Rückstand niedrigFeinschliff: gezielt einzelne Flächen verbessernZurückstellen: nur bei freiem Budget

Beispielrechnung für 400 Listings (angenommene Zahlen)

Alle Werte sind ein Rechenbeispiel, weder Amazon- noch SELLRZ-Daten. Angenommen sind 400 Listings in 8 Gruppen.

GruppeUmsatzanteilRückstandsindexPrioritätspunkte (Index × Anteil)Feld in der Matrix
A22 %531.166Zuerst
C15 %60900Zuerst
F9 %47423Vorlage
B18 %20360Feinschliff
E10 %33330Zurückstellen
H6 %40240Vorlage
G8 %27216Zurückstellen
D12 %13156Feinschliff

Der Aufwand dafür, ebenfalls angenommen: 20 Minuten je Scorecard, im Schnitt 50 Listings je Gruppe (400 ÷ 8).

VorgehenScorecardsRechnungAufwand
Ein Referenzlisting je Gruppe88 × 20 Min160 Min, rund 2,7 Std.
Die 3 umsatzstärksten Listings je Gruppe (Stichprobe)2424 × 20 Min480 Min, 8 Std.
Alle Listings der Gruppen A und C (Vollvergleich)100100 × 20 Min2.000 Min, rund 33,3 Std.

Für den Überblick reicht das Referenzlisting. Die Stichprobe zeigt, ob das Referenzlisting für die Gruppe typisch ist. Den Vollvergleich lohnt höchstens für die Gruppen im Feld „Zuerst“. Dazu kommen die 3 Wettbewerber je Gruppe, 8 × 3 = 24 Wettbewerber-Listings, die du einmal erfasst und für alle Scorecards der Gruppe nutzt.

Das Ergebnis: Du startest mit den Gruppen A und C, die zusammen 37 Prozent des angenommenen Umsatzes tragen. Die Gruppen F und H bekommen das Konzept, das sich in A oder C im Pilot bewährt hat. Der Rest wartet.

Priorisierungsmatrix: Rückstand gegen Umsatzanteil für 8 Produktgruppen, Gruppen A und C im Feld Zuerst (angenommene Beispielwerte)

Manuell, Marktdaten-Tool oder SELLRZ: was passt wann?

Manuell mit ScorecardMarktdaten-ToolSELLRZ
StärkeKostenlos, volle Kontrolle über Kriterien und GewichteMarktkennzahlen, je nach AnbieterListing-Bewertung gegen die stärksten Wettbewerber der Amazon-Suchseite
Aufwand bei 400 ListingsGering, wenn du je Gruppe vergleichst (Beispiel: rund 2,7 Stunden)Einrichtung und Einarbeitung nötigEine Analyse je Listing-Version
GrenzeDu bewertest selbst, die Genauigkeit hängt an deiner SorgfaltZeigt Kennzahlen, die Bewertung deiner Listing-Flächen bleibt dir überlassenBefunde, Prioritäten und Zielvorgaben, keine fertigen Texte
Sinnvoll fürErster Überblick über alle GruppenMarktbeobachtung, ProduktrechercheTiefe Diagnose der Referenzlistings

Zur Einordnung der Tool-Seite hilft Helium 10 Alternative.

Was SELLRZ dabei konkret macht: Die Conversion-Analyse bewertet eine Listing-Version über sechs Stationen (See, Relevance, Want, Fix, Trust, Close) anhand von 35 Kernfragen im Vergleich mit den stärksten Wettbewerbern der Amazon-Suchseite. Der Score von 100 wird deterministisch aus den belegten Kernfragen berechnet. Eine Analyse kostet 300 Credits und wird erst nach Abschluss abgerechnet; ein abgebrochener Lauf kostet nichts. Für die 8 Referenzlistings aus dem Beispiel wären das 8 × 300 = 2.400 Credits. Wenn du nur die beiden Gruppen im Feld „Zuerst“ vertiefst, sind es 2 × 300 = 600 Credits. (Quelle: SELLRZ Wissensbasis, Abruf 24.10.2026)

Der Growth Radar von SELLRZ ordnet Listings nach möglichen Wachstumsproblemen und -chancen (Conversion Leaks, Visibility Issues, Early Hidden Winners, Scaling). Eine Chance ist eine priorisierte Arbeitshypothese, kein garantierter Umsatz und kein automatisch ausgeführter Fix: SELLRZ findet sie, du entscheidest, welche wichtig ist. (Quelle: SELLRZ Wissensbasis, Abruf 25.10.2026)

Vom Ergebnis zur Änderung

  1. Hebel je Gruppe festhalten. Pro Gruppe die zwei Flächen mit dem größten gewichteten Rückstand.
  2. Größten Hebel zuerst angehen. Ändere je Gruppe zunächst die Fläche mit dem höchsten gewichteten Rückstand, nicht alle sieben auf einmal.
  3. Pilot statt Rollout. Ändere zuerst wenige Listings und halte andere als Kontrollgruppe. Ein Beispiel (angenommen, passe es an deinen Traffic an): 1 bis 2 Gruppen aus dem Feld „Zuerst“, je Gruppe 5 Listings ändern und 5 vergleichbare unverändert lassen, 4 Wochen beobachten. Wie das beim Hauptbild geht, zeigt Hauptbild tauschen: Pilot mit Kontrollgruppe.
  4. Scorecard wiederholen. Nach der Änderung und nach größeren Marktbewegungen ein zweites Mal messen: Ist der Index gesunken?

Verkauft sich eine Gruppe trotz solider Scorecard schlecht, hilft Amazon Produkt verkauft sich nicht: die Stelle finden, die Station zu bestimmen, an der Käufer abbrechen.

Typische Fehler

  • Wettbewerber kopieren. Ziel ist, Käuferfragen besser zu beantworten, nicht gleich auszusehen. Bewertungen sind ein Hinweis auf Käuferfragen und Schwächen, keine Textvorlage.
  • Gewichte für gesetzt halten. Die Startwerte sind eine Ausgangsbasis. Prüfe, ob sie zu deiner Kategorie passen.
  • Ergebnis als Beweis lesen. Die Scorecard liefert eine Hypothese, was die Gruppe bremst. Ob die Änderung wirkt, zeigt erst der Pilot.
  • Falsche Wettbewerber. Anbieter mit anderem Produkttyp oder völlig anderer Preisklasse verzerren das Bild.
  • Alle Gruppen gleichzeitig ändern. Dann weißt du nicht, was gewirkt hat.

Häufige Fragen

Wie viele Wettbewerber vergleiche ich je Gruppe? Drei reichen, um ein Muster zu erkennen. Mehr Wettbewerber machen das Raster aufwendig, ohne dass die Aussage klarer wird.

Vergleiche ich das Referenzlisting oder jedes Listing der Gruppe? Das Referenzlisting. Die Ergebnisse gelten für die Gruppe nur, wenn die Listings ähnlich aufgebaut sind. Prüfe das mit einer Stichprobe.

Wie oft wiederhole ich die Analyse? Nach größeren Änderungen und bei Gruppen, die Umsatz verlieren. Einen festen Rhythmus für alle Gruppen brauchst du nicht.

Wann lohnt sich die Conversion-Analyse von SELLRZ statt der Scorecard? Wenn du bei den Gruppen im Feld „Zuerst“ genauer wissen willst, welche Käuferfragen offen sind. Die Scorecard gibt dir den Überblick, die Analyse die Tiefe für ausgewählte Referenzlistings.

Nächster Schritt

Bevor du Wettbewerber vergleichst, lohnt der Blick auf den ganzen Katalog: Welche Listings haben überhaupt Potenzial? Im kostenlosen Zugang scannt SELLRZ bis zu 1.000 Listings und findet die besten Wachstumschancen. (Quelle: sellrz.io/free-access)

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